05 StudienstiftungWir freuen uns sehr, dass Friederike Lüdtke, die im Jahr 2018 ihr Abitur am Gymnasium „In der Wüste“ gemacht hat, von der „Studienstiftung des deutschen Volkes“ als Stipendiatin ausgewählt wurde. Dies ist eine besondere Auszeichnung! Friederike hat einen Erfahrungsbericht verfasst, der interessierten Schülerinnen und Schülern sicherlich weiterhelfen kann. Bei Fragen zu Stipendien können auch Frau Derkes und Herr Fraas weiterhelfen.

Was ist die „Studienstiftung des deutschen Volkes“?

Die "Studienstiftung des deutschen Volkes" ist ein Stipendiumswerk, das besonders engagierte und leistungsstarke Studenten unterstützt. Das Besondere ist, dass dieses weder konfessionell noch politisch gebunden, also theoretisch offen für alle ist. In Deutschland gibt es mehrere andere Werke, z. B. die politischen oder gewerkschaftlichen Stiftungen oder auch in kirchlicher Trägerschaft, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Ein Blick ins Internet lohnt sich also auf jeden Fall. 

Tatsächlich sind die Stipendiengeber meist gar nicht ausschließlich darauf ausgelegt die akademische Leistung zu würdigen, sondern auch soziales Engagement oder einfach ein Hobby oder Interesse mit einbeziehen.

Die Studienstiftung des deutschen Volkes unterstützt ihre Stipendiaten mit 300 € pro Monat, finanzierten Auslandssemestern und Akademien/Sprachreisen, wobei letztere den eigentlichen Kern der Stiftung bilden.
Besonders die Akademien sind einzigartig, da diese nicht nur über ganz Europa verteilt sind, sondern einem auch für zwei Wochen einen Einblick in andere Fachrichtungen geben. 

Wie eigentlich?

Ich habe im Jahr 2018 Abitur gemacht, angefangen Psychologie zu studieren, und bin seit Anfang 2019 Stipendiatin der Studienstiftung. 
Ich hatte das große Glück nach meinem Abitur von unserer Schule vorgeschlagen zu werden und habe damit den "klassischen Weg" genommen, da die meisten Stipendien über die Abiturientenauswahl aufgenommen werden. Dabei hat mir bestimmt mein sehr guter Abischnitt geholfen, unsere Schule berücksichtigt aber noch andere Kriterien, wie z. B. Engagement in der SV etc.

Nach dem Vorschlag kam jedoch erst der eigentliche Teil der Auswahl. Für die Bewerbung musste ich dann einen zweiseitigen ausformulierten Lebenslauf schreiben und Fragen wie "Was hat dich in deinem Leben besonders geprägt?". Das sind ganz schön schwierige Fragen, wenn man gerade erst Abitur gemacht hat und primär ein Schulgebäude von innen gesehen hat. Ich kann wirklich nur empfehlen ehrlich zu sein, und über Dinge zu schreiben, die du wirklich erlebt hast, und wenn es z. B. " nur" die Auseinandersetzung mit "Fridays for Future" oder Lektüre eines inspirierenden Buches geht. Denn der Lebenslauf ist nicht entscheidend, er gilt nur als Grundlage für Schritt 3: Das Auswahlwochenende. 

Hier findet die eigentliche Entscheidung statt. Das Wochenende ist gegliedert in einen Referatsteil mit Diskussion und Einzelgesprächen.  Die Einzelgespräche sind meist sehr entspannt, ein "Prüfer" spricht mit dir über deinen Lebenslauf, deinen aktuellen Studienplan, dein zuletzt gelesenes Buch oder Projekt oder einfach nur deine Meinung zum politischen Geschehen. Das Überraschende ist, dass es sich wirklich um eine Unterhaltung handelt, und praktisch im Plauderton herauskommt, wie authentisch dein Lebenslauf war d.h. im Endeffekt zählt deine Persönlichkeit.

Der zweite Teil besteht darin ein kurzes Referat zu einem von dir gewählten Thema zu halten, woran sich dann eine Diskussion anschließen soll. Dies geschieht in Kleingruppen und auch dein Diskussionsverhalten zu den Referaten anderer wird bewertet. Dies bewirkt eine sehr kameradschaftliche Atmosphäre, da alle versuchen dem jeweils anderem zu helfen, damit die Diskussion flüssig bleibt. Diese Atmosphäre überträgt sich am Ende auch auf das Wochenende. Denn noch wichtiger als die materiellen Vorzüge ist in der Stiftung, dass sich eine Gemeinschaft bzw. ein Netzwerk aus engagierten Menschen bildet. 

Danach darf man nach Hause fahren und auf einen großen Brief hoffen. 

Es gibt jedoch noch andere Wege in die Studienstiftung, beispielsweise per Uni- oder Selbstvorschlag. Versuchen lohnt sich eigentlich immer. Übrigens habe ich mich inzwischen für einen Studienfachwechsel entschieden und auch hierbei hat mir die Stiftung sehr weitergeholfen und wird mich trotzdem weiterfinanzieren. Es geht also nicht um einen bereits fertigen Lebensplan, sondern ums Ausprobieren. Das sieht auch die Studienstiftung so. 

Wenn ihr diesbezüglich Fragen habt, könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.